Richtiges Lüften im Neubau – Schimmel vermeiden

richtig lüftenBewusstes Heizen und Lüften ist gerade in einem frischen Neubau extrem wichtig.

Die beim Bauen verwendeten Materialien wie Putz, Estrich, Farben, Tapetenkleister etc. geben das zur Verarbeitung benötigte Wasser noch über Wochen und Monate in die Raumluft ab. Aktuelle, energetische Baustandards tragen heute dazu bei, dass das neue Heim in sich erheblich abgedichteter ist, als es früher der Fall war. Die isolierten und gedämmten Fassaden, Türen und Fenster, welche eine optimale Energieausnutzung bewirken, verhindern zwar eine Energieverschwendung, aber auch das Entweichen der feuchten und verbrauchten Raumluft. Um die Luftqualität zu verbessern und eine durch zu hohe Feuchtigkeit begünstigten Schimmelpilzbefall entgegen zu wirken, ist es unabdingbar, Ihre Wohnung ausreichend von Anfang an richtig zu Heizen und zu Lüften. Nur durch regelmäßiges Lüften kann die mit Wasser angereicherte Luft und mit Ihr auch Staub, Schadstoffe und Gerüche aus dem Gebäude entweichen.

Wie Sie erkennen, ob die Raumluft zu feucht ist?

Ein erstes Indiz dafür sind beschlagene Scheiben, das kennt man ja vom Duschen. Die wärmere Raumluft bildet an den kühleren Glasscheiben Wassertropfen. Nicht nur im Neubau, sondern auch, wenn Sie nachts bei geschlossenem Fenster schlafen ist dies zu beobachten. Denn auch über Körper und Atemluft gibt jede Person im Raum pro Nacht etwa einen halben Liter Feuchtigkeit in die Raumluft ab.

Zur genaueren Bestimmung des Feuchtigkeitsgehaltes der Raumluft können Sie auch ein Hygrometer einsetzen. Hiermit kann die Sättigung der Luft mit Wasser leicht kontrolliert werden. Bei z.B. 19 bis 22 Grad und einer relativen Feuchte zwischen 40 und 55% erhalten Sie ein gesundes Wohnklima in Ihren vier Wänden.


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Bereits morgens nach dem Aufstehen ist es empfehlenswert, richtig durchzulüften.

Dazu sollten Sie die Fenster für kurze Zeit vollständig für eine Stoßlüftung öffnen. Im Idealfall liegen diese auf gegenüberliegenden Seiten, denn diese Querlüftung bewirkt einen noch intensiveren Luftaustausch.
2- bis 4-mal täglich, 5-10 Minuten im Winter, im Frühjahr und Herbst gerne auch länger, sollte auf diese Weise ein Luftaustausch vorgenommen werden. Entsteht beim Duschen, Baden oder Kochen ein zusätzlicher Wasserdampf, sollten Sie diesen sofort weg lüften.

Schimmel wegen KippstellungMachen Sie auf keinen Fall den Fehler und stellen zum Lüften Ihre Fenster auf Kipp!

Der Fensterrahmen und der Fenstersturz werden hierbei stark auskühlen. Die Folge wird sein, dass sich gerade dort, warme Luft abkühlt und Feuchtigkeit bildet. Wieder der ideale Nährboden für Schimmelpilzbefall. Außerdem erhöht das Dauerlüften der auf Kipp gestellten Fenster auch Ihren Energieverbrauch.
Stellen Sie vor dem Stoß- oder Querlüften die Heizung aus oder drehen diese weit runter. Warum versteht sich ja eigentlich von selber, denn gerade nach einem Neubau haben die wenigsten noch genügend Geld, um dieses aus dem Fenster zu verheizen.

Wichtig ist aber gerade im Neubau, auch alle Räume ausreichend zu heizen.

Mit Raumtemperaturen zwischen 18 und 24 Grad kann so die vorhanden Restfeuchte aus den Baumaterialien von der Raumluft aufgenommen werden und durch regelmäßiges Lüften innerhalb eines halben bis dreiviertel Jahres entfernt werden.
Als optimale Raumtemperaturen werden z.B. vom Bundesumweltamt empfohlen:
in den Wohnräumen: 20 bis 23 Grad
im Bad: 20 bis 23 Grad
im WC: 16 bis 19 Grad
im Schlafzimmer: 17 bis 20 Grad
in der Küche: 18 bis 20 Grad
im Flur 15 bis 18 Grad

Auch die Räume, welche Sie nur sehr wenig nutzen, sollten beheizt werden.

Hier kann gegeben falls die Heizung etwas niedriger gestellt werden, denn wenn Sie gar nicht oder zu wenig heizen, werden Decken und Wände auskühlen. Dort wird sich Feuchtigkeit bilden, welche wiederum, Sie ahnen es, zum Schimmelpilzbefall führen kann.
Heizen Sie außerdem gleichmäßig. Lassen Sie Ihre Wohnung nicht auskühlen, denn das Wiederaufheizen kosten viel Energie und somit Geld. Im kontinuierlichen Betrieb verbraucht Ihre Heizung weniger Energie, als wenn diese immer wieder neu anspringen muss. Ein Flugzeug verbraucht ja auch am meisten Sprit, bis es seine Flughöhe erreicht hat.

tipp

Zum Abschluss noch ein paar Tipps:

  • Beachten Sie, dass Zimmerpflanzen, Aquarien aber auch ein Wäscheständer oder Dampfbügler für eine höhere Luftfeuchte sorgen können.
  • Gerade beim Erstbezug im Neubau zu beachten: größere Möbelstücke sollten möglichst nicht direkt an Außenwänden platziert werden. Einen Abstand von 5 bis 10 Zentimetern zu Wand sollte eingehalten werden, damit dahinter die Luft zirkulieren kann.
  • Direkt vor die Heizkörper gehören keine Möbelstücke. Auch Gardinen oder Vorhänge sollten die Wärmabgabe möglichst nicht beeinträchtigen.
  • Sie haben eine Lüftungsanlage? Vergessen Sie nicht die Filter regelmäßig zu Wechseln. Dies verhindert nicht nur, eine höhere Keimbelastung der Raumluft, sondern wirkt einem Leistungsverlust Ihrer Lüftungsanlage entgegen.
  • Wenn der Heizkörper „gluckert“ oder trotz aufgedrehten Thermostartventils nicht mehr richtig warm wird, sollte dieser entlüftet werden. Einen Entlüftungsschlüssel finden Sie in jedem Baumarkt oder z.B. hier.Werbung

 

Sie haben noch Fragen? Wenden Sie sich an Ihren hiesigen Heizungs- und Lüftungsinstallationsbetrieb, diese helfen Ihnen gerne weiter.