Sparen beim Bauen – 10 wertvolle Tipps

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Tipps zum Sparen rund ums Bauen kann man nie genug bekommen – Wer in seinen eigenen vier Wänden leben möchte, tätigt eine Investition für das ganze Leben. Denn ein Haus zu bauen kostet auch bei sparsamer Kalkulation jede Menge Geld. Und oftmals kommen vermeintliche Schnäppchenangebote dem Bauherrn im Nachhinein besonders teuer. Neben einer soliden Finanzierung sind auch qualitativ hochwertige Baumaterialien sowie eine gute Planung wichtige Säulen für das preiswerte Bauen. Dadurch lassen sich teure Nachbesserungen und sonstige Kostenfallen vermeiden. Bauherren müssen ferner die Baunebenkosten und die zusätzlichen Kosten, die für die Grunderwerbssteuer, den Notar, den Grundbucheintrag, die Erschließung und den Umzug anfallen im Blick behalten. Wer das vergisst, muss sonst ggf. teuer nachfinanzieren.
Das schon seit Jahren währende historische Zinstief verführt so manchen Verbraucher dazu, sich dem Traum vom Wohnen in den eigenen vier Wänden auch mit wenig Eigenkapital zu verwirklichen. Damit gehen die Betroffenen aber nicht selten ein immenses Risiko ein. Denn sollten die Zinsen nach dem Ende der Zinsbindungsfrist erhöht werden, bedeutet das eine enorme finanzielle Belastung. Bauherren sollten auch in jedem Fall für eine solide Kalkulation mindestens 20, besser noch 30 Prozent Eigenkapital aufbringen können. Darüber hinaus ist es sinnvoll im Vorfeld eine gute Beratung in Anspruch zu nehmen, in welcher auch die steuerlichen Vorteile und sämtliche Fördermöglichkeiten, seitens der KfW oder ggf. Baukindergeld, aufgezeigt werden.

Ist der Hausbau jetzt wirklich besonders billig?

Auf den ersten Blick scheint das Bauen angesichts der niedrigen Zinsen oder attraktiven Förderungen, wie das kommende Baukindergeld, besonders günstig zu sein. Andererseits sind im Gegenzug in den vergangenen Jahren die Grundstücks- und Baupreise – teilweise massiv – angestiegen. Nicht selten bedeuten die höheren Baupreise aber auch eine höhere energetische Qualität, wodurch die höheren Preise unterm Strich wieder ausgeglichen sind.
Wer günstig bauen möchte, sollte in jedem Fall folgende Punkte beachten:

Spar-Tipp 1: Planung im Vorfeld ist das Wichtigste!

Sparen beim Bauen - Planung im Vorfeld ist das Wichtigste!

Vor allem wenn die finanziellen Mittel für den Hausbau nur begrenzt sind, ist schon bei der Planung das nötige Maß an Disziplin seitens des Bauherrn gefragt. Dieser sollte im Vorfeld bereits möglichst genau definieren, wie groß sein Platzbedarf ist und welchen Komfort er in seinem Haus genießen möchte. Keinesfalls sollte er von diesem Plan während der anschließenden Bauphase abweichen, damit er die Baukosten auch wirklich im Griff behält.
Denn die einzelnen Posten mögen auf den ersten Blick vielleicht so günstig erscheinen, dass sie insgesamt nicht weiter ins Gewicht fallen. Doch diese Kleinigkeiten können sich rasch zu einer ansehnlichen Summe an zusätzlichen Kosten addieren. Die bessere Variante besteht darin, an anderer Stelle zu sparen, und etwas zu streichen, sollte sich während der Bauphase ein neuer Wunsch ergeben. Die Planungsphase vor dem eigentlichen Baubeginn sollte also voll ausgenutzt werden. Dann lassen sich unter Umständen preiswertere Alternativen finden, so dass im Finanzplan noch etwas Luft für das eine oder andere Extra ist.
Wichtig: Während der Bauphase sollte möglichst nicht mehr von der Planung abgewichen werden, da das für den Bauherrn in den meisten Fällen teurer wird!

Spar-Tipp 2:  Der Zeitplan – ein elementares Element

Bauherren sollten ferner die Zahlungskonditionen ihres jeweiligen Hausanbieters gründlich unter die Lupe nehmen. Günstiger fahren Bauherren, wenn Zahlungen erst am Ende der jeweiligen Tranche fällig werden, weil sie dann keine Leistungen vorfinanzieren müssen. Auch müssen sie ihren Kredit nicht in Teilraten abrufen, somit sparen Sie sich höhere Gebühren.
Bauherren sollten sich deshalb vorab einen möglichst detaillierten Zeitplan erstellen. Dann können sie eine eventuelle Verzögerung rasch erkennen und entsprechend gegensteuern. Ab 2018 gilt außerdem ein neues Baurecht, welches Hausanbietern vorschreibt, den Fertigstellungstermin vertraglich zuzusichern. Geht der Hausbau möglichst reibungslos über die Bühne, verkürzt das auch die Zeitspanne, in welcher die Bauherren durch Miete und Baufinanzierung eine finanzielle Doppelbelastung tragen müssen.
Sollten im Vertragstext Unklarheiten bestehen, sollten diese von einem Fachmann überprüft werden. Damit sichern sich Bauherren vor einer vorschnellen Entscheidung ab. Zudem sparen sie dadurch Geld, wenn sie vom Vertrag zurücktreten. Denn Stornokosten in Höhe von zehn Prozent des Kaufpreises sind durchaus nicht selten. Rat und Hilfe finden die Bauherren etwa bei Verbraucherzentralen, Sachverständigen oder Bauherren-Verbänden.

Spar-Tipp 3: Ein Architekt ist zu teuer? – Stimmt so nicht ganz!

Sparen beim Bauen mit einem ArchitektenAuch wenn viele Bauherren meinen, dass ein Architekt in erster Linie zusätzliche Kosten verursacht, ist dem bei weitem nicht so. Der Experte kann sogar beim Sparen helfen. Der Grund: Nachdem der Bauherr seine Wünsche ausführlich geschildert hat, erarbeitet der Architekt einen Entwurf, der sowohl auf das jeweilige Grundstück als auch auf die Bedürfnisse des Bauherrn optimal zugeschnitten ist. Darüber hinaus zeigt er dem Bauherrn auf, wo Einsparpotenziale bestehen, die er natürlich auch in der Planung berücksichtigt. Der Architekt kann dem Bauherrn dabei schon bei der Wahl des richtigen Grundstückes zur Seite stehen. Es empfiehlt sich allerdings, einen Architektenvertrag abzuschließen. Gegebenenfalls kann in diesem auch eine Art Erfolgshonorar vereinbart werden, wenn der Architekt lohnende Sparpotenziale im Bereich der Baukosten findet.


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Spar-Tipp 4: Lieber in die Stadt und im Vorort?

In Städten ist Bauland nicht nur begehrt, sondern auch teuer, weshalb hier die Grundstücke oft auch kleiner sind als in Vororten. Dafür kommen die Hausbesitzer in den Genuss einer besser ausgebauten Infrastruktur und der Werterhalt der Immobilie ist in jedem Fall gesichert. Deshalb bietet sich hier auch eine verdichtete Bauform, wie etwa ein Reihen- oder ein Doppelhaus an. Diese Art von Immobilie lässt sich bereits auf einer Grundfläche von rund 200 Quadratmetern realisieren, wohingegen der Platzbedarf für ein Einzelhaus bei mindestens 400 Quadratmetern liegt. Tipp: In den meisten Gemeinden lohnt sich ein Gespräch mit dem Bauamt. In vielen Fällen wird ausgewiesenes Bauland z.B. an Familien mit Kindern, günstiger angeboten. Somit lässt sich schon beim Grundstückkauf Geld sparen.

sparen beim bauen - einfacher Grundriss - ostfriesland-baut deDabei muss ein einfaches Haus, das gut proportioniert ist und auf einer kleinen Fläche gebaut werden kann, im Übrigen nicht langweilig sein. Dafür ist es aber meist um einiges günstiger. Wer auf Balkone im Obergeschoss, Wintergärten, Gauben oder Erker verzichtet, spart also bares Geld. Weitere Vorteile von kleineren Häusern bestehen darin, dass der Heizenergieverbrauch sowie der Aufwand für die Pflege um einiges geringer sind. Anbauteile lassen sich aber auf Wunsch zu einem späteren Zeitpunkt jederzeit nachrüsten. Ein Höchstmaß an Komfort lässt sich auch auf kleinen Flächen erreichen, wenn der Grundriss des Hauses gut durchdacht und klar gegliedert ist. Beispielsweise lässt sich im Erdgeschoss mit einem offenen Grundriss ein großzügiges Raumgefühl schaffen. Beim Schlafzimmer ist es hingegen wichtig, dass die Proportionen des Raumes harmonisch sind, der Kniestock möglichst hoch ist und sich das Zimmer gut möblieren lässt. Werden Fenster und Türen so gesetzt, dass sich auch ein großer Schrank problemlos aufstellen lässt, kann auf eine Ankleide verzichtet werden. Großzügig dimensioniert sollte ferner der Eingangsbereich sein. Schließlich werden hier nicht nur Kleidungsstücke in der Garderobe gelagert, sondern auch Kinderwagen und Ähnliches.

Spar-Tipp 5: im Vorfeld nicht am falschen Ende sparen

Auch die Beschaffenheit des Baugrundes hat einen Einfluss auf die Kosten: Beispielsweise sollte im Vorfeld überprüft werden, wie hoch z.B. der Grundwasserspiegel ist, oder ob Altlasten im Boden liegen. Das erspart später Überraschungen und ggf. einen teuren Mehraufwand. Ein unabhängiger Bausachverständiger unterstützt Bauherren zwar, aber erst ab dem Zeitpunkt, an dem es um die Kontrolle des Bauvertrags geht und bei der anschließenden Kontrolle des Baus. Mit einem Baugrundgutachten können sich Bauherren vor unliebsamen Kostenfallen schützen. sparen beim bauen - blower door test ostfriesland-baut deDenn nur wenn die Bodenbeschaffenheit bekannt ist, lässt sich das Fundament des Hauses auch richtig planen. Der Gesetzgeber schreibt zwar auch eine Energieberechnung vor, allerdings kann auch diese fehlerhaft berechnet sein. Bauherren sind also gut beraten, diese von einer unabhängigen Stelle überprüfen zu lassen. Eine falsche Berechnung kann unter Umständen sogar eine beantragte Förderung durch die KfW-Bank gefährden. Durch den sogenannten Blower-Door-Test lässt sich ferner ermitteln, ob das fertige Haus auch luftdicht ist. Auch dieser Test sollte von einer unabhängigen Stelle durchgeführt werden.

Spar-Tipp 6: Sparen am Dach

Ein Flachdach kostet mehr als einfaches Satteldach. Sofern das Dach nur flach geneigt ist und einen hohen Kniestock besitzt, schafft das im Obergeschoss mehr Platz. Auf diese Art lässt sich mehr Raum in aller Regel günstiger schaffen als durch eine höhere Grundfläche. Zusätzlich können Bauherren sparen, wenn sie sich für einfache statt glasierte Dachziegel entscheiden. Sehr viel mehr müssen sie hingegen bezahlen, wenn sie sich für eine exotische Variante wie Schiefer oder ein Reet-Dach entscheiden. Aber beachten Sie: liegt ein Bebauungsplan vor, haben Sie sich auch an die darin enthaltenen Vorgaben zu halten. Überlegen Sie auch, ob Sie eine Dachgaube benötigen, oder ob es nicht doch besser ein erheblich günstigere Variante mit einem Dachfenster sein soll.

Spar-Tipp 7: Günstiger Standard und Qualität verträgt sich doch!

Für so manchen Bauherren entpuppen sich vor allem Küche und Bad als regelrechte Kostenfallen. Hier sparen Sie sich durch den Verzicht auf teure Elemente wie Arbeitsplatten aus Granit gut und gerne an die 15.000 Euro, ohne dass Sie als Bauherr hinsichtlich der Qualität Abstriche machen müssen. Für Fenster und Türen gilt: Möglichst wenige Formate und die Entscheidung für Standardmaße machen die Fenster und Türen günstiger. Diese sollten sowohl einbruchssicher als auch energiesparend sein. Hinsichtlich der Qualität sollten die Bauherren aber hier keinesfalls sparen. Zudem muss auch nicht jedes Fenster geöffnet werden können. Denn Öffnungsflügel kosten mehr als eine Festverglasung. Aber denken Sie daran, dass auch die Festverglasung von Zeit zu Zeit gereinigt werden und somit erreichbar bleiben muss. Und auch eine optimale Durchlüftung sollte dabei möglich bleiben. Wie hoch die Unterhaltskosten für das Haus ausfallen, wird auch maßgeblich von der Art der Heizungsanlage beeinflusst. Beim Kostensparen hilft hier eine gute Abstimmung auf die Haushülle sowie auf die Bedürfnisse der Familienmitglieder. In jedem Fall lohnt es sich, die entsprechenden Berechnungen von einem Fachmann überprüfen zu lassen. Die modernen Heizsysteme sind äußerst platzsparend und benötigen oftmals auch keinen Schornstein. Aber bedenken Sie: wer auf einen Schornstein verzichtet, kann eventuell zu einem späteren Zeitpunkt auch keinen Kaminofen mehr anschließen, der für Gemütlichkeit im Wohnzimmer sorgt.


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Spar-Tipp 8: Ein Keller oder tut es doch ein Geräteschuppen?

Mit dieser Entscheidung sparen Sie je nach Größe gut und gerne zwischen 25.000 und 40.000 Euro an Ausgaben. Das klingt natürlich verlockend, aber bedenken Sie auch: einen Keller können Sie nachträglich nicht einbauen. Und ganz ohne Stauraum auf dem Grundstück geht es wahrscheinlich auch nicht. Aber wenn die Grundstücksgröße es zulässt, können Sie sich günstiger mit einem Geräteschuppen oder Gartenhäuschen behelfen.

Spar-Tipp 9: Die Außenanlagen

Das ein Carport günstiger ist als eine Garage ist nachvollziehbar. Aber viele Bauherren unterschätzen gerne die Kosten für die Außenanlagen. Nicht selten haben diese eine Größenordnung von zwölf bis 18 Prozent des Hauspreises. Hier lassen sich die Investitionen aber strecken. So müssen sicherheitsrelevante Maßnahmen wie die Befestigung des Zugangs und der Zufahrt sowie Außentreppen natürlich sofort verwirklicht werden, während etwa die Pflanzung von Obstbäumen oder das Anlegen eines Gartenteiches auch zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen kann.

Spar-Tipp 10: Sparen durch Eigenleistung

Sparen beim bauen - eigenleistung - muskelhypothek - ostfriesland-bautBaukosten sparen durch die berühmte Muskel-Hypothek. Selbst Banken erkennen teilweise bis zu 15 % der Bausumme als Eigenleistung an. Aber gerade hier sollten Sie aufpassen: Im Vorfeld eine enge Finanzierung durch hohe Eigenleistungen aufzupeppen, wäre grob fahrlässig. Malerarbeiten, den Teppich- oder das Laminat verlegen sind Arbeiten, welche von den meisten Bauherren noch selbst ausgeführt werden können. Und der ein oder andere Profi oder auch handwerklich Begeisterte kann hier und da eventuell noch mehr einsparen. Doch geht bei der Kalkulation der Eigenleistung die Rechnung meistens nicht auf. Zum einen überschätzen sich die meisten Bauherren und benötigen meist deutlich länger als geplant. Zum anderen wird sich auch nicht selten bei den anfallenden Kosten für zusätzliche Baumaterialien verkalkuliert. Nutzen Sie daher lieber eine ehrlichere Faustformel und planen Sie maximal 5 -10 Prozent der Bausumme als Eigenleistung ein, vielleicht sogar noch weniger.

Wie sie sehen, gibt es viele Möglichkeiten, den Bau Ihres Eigenheimes günstiger zu gestalten. Und die Liste erhebt mit Sicherheit keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Aber beachten Sie bitte: Bei allen Sparmöglichkeiten sollten Sie immer im Auge halten, ob eben diese eine Einsparrung auch wirklich Sinn macht. Nehmen Sie bei einem Fenster z.b. eine 2-fach statt einer 3-fach-Verglasung, wird es im Moment günstiger. Aber eine KfW-Förderung könnte sich damit wahrscheinlich erledigt haben und die Einsparungen sind mit einer höheren Belastung bei der Finanzierung wieder weg. Und wenn Sie statt einer Gaube ein Dachfenster einbauen ist es zwar günstiger – aber wenn Sie bei Regen nicht darunter Schlafen können, leidet auf Dauer die Wohnqualität.

Einen Extra-Spartipp gibt es noch:

Manchmal ist es auch billiger, am Anfang etwas mehr zu investieren als später teuer nachzurüsten oder umzubauen. In jungen Jahren wird kaum jemand bereits altersgerecht bauen oder bauen wollen. Aber es macht vielleicht jetzt schon Sinn, bei der Hausplanung Räumlichkeiten und Anschlüsse so anzulegen, dass später ein altersgerechter Umbau zur Nutzung des Erdgeschosses nicht zu aufwendig wird. Unter anderem auch ein Pluspunkt sollte es zu einem späteren Verkauf kommen.