Baukindergeld – der große Ratgeber

Baukindergeld Ratgeber

In den eigenen vier Wänden zu leben, dies ist ein großer Traum von vielen. Mit dem Baukindergeld sollen diese Träume für Familien mit Kindern nun wahr oder zumindest leichter realisierbar werden.
Im folgenden Ratgeber erfahren Sie alles Wissenswerte:
– Wie und wann kann diese staatliche Förderung beantragt werden?
– Wie hoch sind die Zuschüsse für den Bau oder Kauf von selbstgenutztem Wohneigentum?
-Wem stehen sie zu, welche Voraussetzungen gibt es, wie wird der Antrag gestellt und welche Unterlagen werden für die Eigenheimzulage benötigt?

Was bedeutet Baukindergeld?

Die Bundesregierung hat für den Hausbau und -kauf eine staatliche Förderung in der Form eines Baukindergelds eingeführt. Familien mit Kindern und Wohneigentum können seit dem Jahr 2018 pro Kind und Jahr zehn Jahre lang 1.200 Euro erhalten, wenn sie erstmalig eine Immobilie in Deutschland kaufen oder bauen. Beispiel: Da eine Familie pro Kind  zehn Jahre lang 1.200 Euro pro Jahr erhält, sind dies bei zwei Kindern beispielsweise insgesamt 24.000 Euro und bei drei Kindern 36.000 Euro. Der Zuschuss beträgt pro Kind insgesamt 12.000 Euro. Bei der Förderung werden alle Kinder berücksichtigt, die jünger als 18 Jahre alt sind und für die eine Kindergeldberechtigung vorliegt. Es gibt keine Begrenzung hinsichtlich der Zahl der Kinder. Die Summe wird jährlich ausgezahlt. Bezüglich der Erst-Immobilie gilt: Der Haushalt darf zum Stichtag (Baugenehmigung/Kaufvertrag) keine weitere Wohnimmobilie in Deutschland besitzen. Dabei ist unerheblich, ob die Immobilie als Single oder bereits als Familie erworben wurde. Jeder wird nur einmal gefördert und für jedes Kind können Sie nur einmalig das Baukindergeld beantragen. Das Baukindergeld muss nicht zurückgezahlt werden.

Was sind die Voraussetzungen, um Baukindergeld zu erhalten?aufgepasst nach dem baukindergeld

  • Minderjähriges Kind lebt mit im Haushalt

Es gibt den Zuschuss für Familien und Alleinerziehende mit mindestens einem Kind, das im gleichen Haushalt lebt und jünger als 18 Jahre alt ist. Für das minderjährige Kind muss der Antragsteller kindergeldberechtigt sein. Auch möglich ist, dass er mit dem Kindergeldberechtigten in einem Haushalt lebt. Die Förderung gibt es demzufolge solange, bis das Kind das 25. Lebensjahr vollendet hat. Zieht es vorzeitig aus, hat dies keine Auswirkungen auf das Baukindergeld. Wichtig ist lediglich, dass das Kind bei der Antragsstellung im Haushalt lebt.

  • Einkommensobergrenze

Familien dürfen im Jahr maximal 75.000 Euro Brutto verdienen. Wer über dieser Grenze liegt, erhält kein Baukindergeld. Zusätzlich zum Grenzwert kommt für jedes Kind noch ein Freibetrag von 15.000 Euro hinzu. Beispiel: Bei zwei Erwachsenen und zwei Kindern erhöht sich der Betrag des zu versteuernden jährlichen Einkommens, bis zu der der Anspruch auf das Baukindergeld besteht, auf 105.000 Euro. Die Kosten für den Erwerb des Wohneigentums müssen höher als die staatliche Förderung durch das Baukindergeld sein. Der staatliche Zuschuss soll es in erster Linie Familien mit geringem bis mittlerem Einkommen erleichtern, Wohneigentum zu bauen oder zu kaufen. Das Baukindergeld kann mit anderen KfW Förderprogrammen wie dem Energetischen Bauen und Sanieren kombiniert werden.


Baubranchenbuch Verzeichnis bauen handwerker


Welche Unterlagen werden für den Antrag benötigt?

Baukindergeld-5-fakten-kriterien-anspruch-antrag Das zu versteuernde Haushaltseinkommen muss mit den Einkommensteuerbescheiden des zuständigen Finanzamtes nachgewiesen werden. Für die Berechnung des Einkommens spielt der Durchschnitt aus den Verdiensten vom zweiten und dritten Jahr vor der Antragsstellung eine Rolle. Wird der Antrag 2019 gestellt, ist das durchschnittliche Einkommen von 2016 und 2017 entscheidend. Das Wohneigentum wird durch den Grundbuchauszug belegt. Stichtag ist hierbei das Datum des Kaufvertrags bzw. der Baugenehmigung oder -anzeige für das erworbene oder geschaffene Wohneigentum. Der Antragsteller muss Eigentümer oder zumindest Miteigentümer des selbstgenutzten Wohneigentums sein. Zudem ist eine Meldebestätigung erforderlich.

Wo wird der Antrag auf Baukindergeld gestellt?

Den Antrag auf Baukindergeld können Sie ausschließlich im Internet bei der KfW einreichen, denn die staatliche Kreditbank besitzt keinen Bankschalter. Hierfür sind folgende Schritte nötig: – anmelden, falls Sie früher schon einen Antrag auf eine KfW-Förderung gestellt haben oder als Neukunde registrieren – Formulare ausfüllen, Fragen beantworten und Antrag absenden – Bestätigung, dass der Antrag auf Baukindergeld fristgerecht eingereicht wurde – Identität per Video- oder Postident-Verfahren nachweisen – innerhalb von drei Monaten notwendige Nachweise auf dem Zuschuss-Portal hochladen Nach der Prüfung erhalten Sie den Bescheid.

Wann wird der Antrag gestellt?

Neubauten werden gefördert, wenn die Genehmigung zum Bau zwischen Januar 2018 und Dezember 2020 erteilt wurde. Zudem muss beim Erwerb von neuen oder Bestandsbauten der notarielle Kaufvertrag zwischen Januar 2018 und Dezember 2020 unterzeichnet werden. Der Antrag kann ab dem Einzug in die Immobilie gestellt werden. Dies muss spätestens drei Monate nach dem Einzug erfolgt sein. Hierbei gilt das Einzugsdatum, das in der amtlichen Meldebestätigung angegeben ist. Beim Kauf muss die Antragstellung spätestens drei Monate nach der Unterzeichnung des notariellen Kaufvertrags erfolgen.

Zusammenfassung

Familien mit Kindern erhalten dank des Baukindergeldes seit September 2018 eine staatliche Förderung für den Erwerb oder Bau einer Immobilie. Dies sind bei einem Kind 12.000 Euro Förderung pro Jahr. Doch es gibt Fristen, die Sie einhalten müssen: Sie müssen den Kaufvertrag bis Ende 2020 unterschrieben oder im Falle eines Baus die Baugenehmigung erhalten haben. Zudem muss der Antrag spätestens drei Monate nach Einzug online bei der KfW-Förderbank gestellt werden. Dies ist bis zum 31. Dezember 2023 möglich. Danach ist eine Forderung ausgeschlossen.